Kuscheltierambulanz an der DGD Stadtklinik Hemer: Viel Herz, viele Kuscheltiere und strahlende Kinderaugen

Bürgermeister Christian Schweitzer (re.) eröffnete die diesjährige Kuscheltierambulanz der DGD Stadtklinik Hemer und bedankte sich herzlich bei den Beteiligten für ihren Einsatz. (Foto: Anja Haak, DGD Stadtklinik Hemer)

Mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten eröffnete Bürgermeister Christian Schweitzer am 5. September die diesjährige Kuscheltierambulanz der DGD Stadtklinik Hemer. Er würdigte das große Engagement und die liebevolle Vorbereitung der Mitarbeitenden und Unterstützer. Eine solche Aktion sei nicht selbstverständlich und zugleich eine wunderbare Möglichkeit, Kindern einen spielerischen und positiven Zugang zum Krankenhaus zu ermöglichen.

Dass die Kuscheltierambulanz auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg werden würde, zeigte sich schnell: Knapp 300 Kinder waren am Freitag und am Samstag mit ihren liebsten Kuscheltieren in die Stadtklinik gekommen. Zwei Tage lang standen damit die kleinen Besucherinnen und Besucher mit ihren plüschigen Begleitern im Mittelpunkt.
„Wir erleben immer wieder, wie wichtig diese Aktion für die Kinder ist. Sie können das Krankenhaus kennenlernen, ohne selbst Patient zu sein. Das nimmt Unsicherheit und vielleicht auch ein Stück Angst“, sagt Reinhild Scholz-Jedamzik, Leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme. „Und gleichzeitig macht es einfach unglaublich viel Freude, die Kinder mit ihren Kuscheltieren zu erleben.“

Vom Wartezimmer bis zum OP
Der Ablauf war dabei fast wie in einem echten Krankenhaus: An der Anmeldung wurden Größe, Gewicht und das Beschwerdebild aufgenommen. Manchmal musste dabei sogar ein wenig gewartet werden. Im kindgerecht gestalteten Wartebereich sorgten Spielzeug und die Vorfreude auf die Behandlung für Abwechslung. Dann hieß es: „Der nächste Patient bitte!“ 
Im Untersuchungsraum schauten die Ärztinnen und Ärzte die Kuscheltiere genau an, stellten wichtige Fragen und entschieden, welche Behandlung notwendig war. Ging es zum Röntgen oder ins CT? Brauchte der Patient einen Verband, ein Pflaster oder sogar eine Operation? In einigen Fällen wurde vor dem Eingriff sogar ein richtiges Narkosegespräch geführt.

Ein Legostein im Bauch
Besonders spannend war in diesem Jahr die neu gestaltete bildgebende Diagnostik. Beim Röntgen und bei der CT-Untersuchung konnten die Kinder unmittelbar am Computer verfolgen, was sich im Inneren ihrer Kuscheltiere verbarg. Damit wurde sichtbar, was sonst verborgen bleibt, und die Kinder konnten gemeinsam mit dem medizinischen Team auf den Aufnahmen nach Knochen, Verletzungen und anderen Auffälligkeiten suchen.
Und da gab es einiges zu entdecken: Eine Fledermaus ließ sich beispielsweise röntgen. Bei einem kleinen Drachen zeigte sich sogar ein Legostein im Bauch. Für die Kinder wurde damit auf einmal sichtbar, was sonst nur aus Erzählungen bekannt ist. Die moderne Medizintechnik wurde so auf spielerische Weise erlebbar – und die Kinder konnten ganz unmittelbar nachvollziehen, warum Ärztinnen und Ärzte manchmal genauer hinschauen müssen, bevor sie über die richtige Behandlung entscheiden.
„Gerade diese Momente sind für die Kinder etwas ganz Besonderes. Sie können sehen, was die Ärztinnen und Ärzte sehen, und verstehen dadurch viel besser, warum bestimmte Untersuchungen notwendig sind“, so Scholz-Jedamzik.

„Heute bin ich mal Chirurgin“
Eine ganz besondere Aufgabe übernahm Klinikmanagerin Barbara Bieding, die im Kuscheltier-OP mit Nadel und Faden im Einsatz war. „Ich nähe gerne. Und den Kindern ihre Tierchen zu ‚reparieren‘, bringt einfach Freude“, erzählt sie. „Außerdem ist es mal ein ganz anderer Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, den man im normalen Arbeitsalltag so gar nicht hat.“
Während im OP fleißig genäht wurde, konnten sich die plüschigen Patientinnen und Patienten anschließend im Aufwachbereich erholen.

„Mein Wuschel hat gar nix“
Manche Kinder kamen etwas skeptisch in die Ambulanz, andere kannten den Ablauf bereits bestens. Der kleine Marcel erklärte auf die Frage nach Wuschels Beschwerden zunächst trocken: „Mein Wuschel hat gar nix, Mama wollte hierhin.“ Ganz anders die kleine Lisa, die mit Schildkröti in die Ambulanz kam und gespannt verfolgte, was die Ärztinnen und Ärzte mit ihrem Liebling vorhatten. Andere kleine Kuscheltiereltern waren bereits echte Profis: „Ich kenne schon alles. Ich war mit meinem Pandi schon hier“, erzählte ein Junge stolz – und ergänzte gleich, dass er selbst auch schon einmal operiert worden sei. Ob verletztes Ohr, gebrochene Pfote, eine Wunde oder ein geheimnisvoller Legostein – jedes Kuscheltier wurde ernst genommen und liebevoll behandelt.
Auch die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung Lina Omairatte hatte in der Kuscheltier-Apotheke alle Hände voll zu tun. Dort konnten die Kinder ihre Rezepte gegen Süßigkeiten und den Kuscheltierambulanz-Button einlösen. „Tolle Sache, es macht einfach Spaß – besonders die Kinder mit ihren freudigen Augen zu erleben“, sagt sie.
Für eine besondere Überraschung sorgte in diesem Jahr ein menschen­großer Teddy mit verletztem Ohr, der die kleinen Besucher begrüßte und schnell zum Hingucker wurde.

„Ich bin immer wieder gerne dabei“
Auch Samer Dawud, Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, unterstützte die Kuscheltierambulanz: „Ich bin immer wieder gerne dabei, weil ich es so wichtig finde, den Kindern die Angst zu nehmen.“
Bei der Zahnarztpraxis Dr. Doktor & Kollegen konnten die Zähne der Kuscheltiere und auf Wunsch auch die der Kuscheltiermamas und -papas kontrolliert werden. Das Deutsche Rote Kreuz öffnete seinen Rettungswagen für neugierige Blicke. Leckere Waffeln und Getränke sorgten zwischendurch für die nötige Stärkung.
Am Ende waren sich alle einig: Die Kuscheltierambulanz war wieder ein voller Erfolg. Viele kleine Patientinnen und Patienten konnten bestens versorgt entlassen werden – und auch der Kuschelindex zeigte: In Hemer wurde an diesen beiden Tagen ausgiebig gekuschelt. Und so gingen nicht nur viele Kuscheltiere gesund und glücklich nach Hause. Auch ihre kleinen Mamas und Papas nahmen etwas Wichtiges mit: die Erfahrung, dass ein Krankenhaus ein Ort sein kann, an dem geholfen und gelacht wird.